Dachstuhlbrand in Kirchgellersen

Bericht: © Julian Ilmer, Pressewart Samtgemeide-Feuerwehr Gellersen

Gegen 20:31 Uhr heulten die Sirenen in Kirchgellersen, Heiligenthal und Reppenstedt auf. Ein Gebäudebrand in Kirchgellersen wurde gemeldet. Die Anfahrt zum Einsatzort war auf Sicht möglich, da zu diesem Zeitpunkt bereits der komplette Dachstuhl in Flammen stand. Jürgen Cordes, stellvertretender Gemeindebrandmeister und Einsatzleiter, war einer der ersten Einsatzkräfte vor Ort und löste direkt einen Samtgemeindealarm aus, sodass nur ca. acht Minuten später auch die Feuerwehren aus Südergellersen und Westergellersen nachrückten, sowie eine Drehleiter und ein Tanklöschfahrzeug aus Lüneburg-Süd.

Das Feuer hatte sich rasend schnell ausgebreitet. Der Spitzboden und Teile der ersten
Etage brannten beim Eintreffen der Feuerwehren bereits in voller Ausdehnung. Die ersten
Atemschutztrupps, die zum Innenangriff vorgingen, mussten diesen aufgrund der raschen
Brandausbreitung beenden. Da der Einsatz im Hausinneren zu gefährlich geworden ist,
entschied man sich einen massiven Außenangriff zu starten. Währenddessen begannen
bereits Teile des Dachstuhles zusammenzubrechen. Nach gut einer Stunde war das Feuer
unter Kontrolle, doch die Nachlöscharbeiten zogen sich noch bis weit in die frühen
Morgenstunden des Sonntags hinein. Gegen vier Uhr morgens wurden noch
Atemschutzgeräteträger aus der Samtgemeinde Bardowick nach alarmiert. Die Feuerwehren
Radbruch, Mechtersen und Vögelsen rückten an, um die seit fast acht Stunden im Einsatz
befindlichen Kräfte abzulösen.

Noch vor dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte, haben beherzte Nachbaren die Scheibe
der Haustür mit einem Stein eingeschlagen und zwei Hunde aus dem Haus gerettet. Eine
Katze, die in das brennende Haus zurückgelaufen war, konnte durch einen Atemschutztrupp
gerettet werden und an ihren Besitzer wohlbehalten übergeben werden. Der Hausbesitzer
war nicht zuhause als der Brand ausbrach, weshalb das Feuer nicht direkt bemerkt worden
ist. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden Anwohner gebeten, Fenster und Türen
geschlossen zu halten. Die Rauchsäule konnte man bis Lüneburg sehen.

Insgesamt waren weit über 150 Einsatzkräfte vor Ort und bekämpften über zehn Stunden
lang das Feuer und die letzten Glutnester. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich als sehr
schwierig, da sich viele Glutnester in die Zwischendecke, in Teilen des Daches und in den
Wänden versteckten. Um diese zu finden, wurde das Dach fast komplett abgedeckt, Wände
geöffnet und stellenweise die Zwischendecke zum ersten Obergeschoss geöffnet.
Für die große Anzahl an verbrauchten Atemschutzflaschen und Geräten, rückte ein
Logistikfahrzeug der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) aus Scharnebeck an.

Über die Brandursache gibt es bislang keine Informationen, die Polizei Lüneburg hat die
Ermittlungen aufgenommen. Das Haus ist nach dem Feuer unbewohnbar, der Sachschaden
beträgt mehrere Hunderttausend Euro. Zur Absicherung des Einsatzes wurde ein
Rettungswagen der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) des ASB Lüneburgs hinzugezogen.
Leider mussten diese zur späteren Stunde noch tätig werden, als ein Feuerwehrmann einen
Schlauch übersah und sich eine Verletzung am Knie zuzog. Er wurde durch den SEG-Rettungswagen erstversorgt und anschließend nach Lüneburg ins Klinikum gebracht – wir
wünschen ihm gute Besserung! Pastor und Notfallseelsorger Andreas Zachmann war
ebenfalls am Einsatzort und bot den Angehörigen Gesprächsbereitschaft an. Die
umliegenden Nachbarn versorgten während des gesamten Einsatzes die
Feuerwehrkameradinnen und Kameraden mit reichlich Snacks und Getränken – auch hier
möchten wir uns seitens der Feuerwehren aus Gellersen noch einmal herzlich bedanken!


Kontaktdaten:

Feuerwehr Kirchgellersen
Dachtmisser Straße 13
21394 Kirchgellersen
feuerwehr-kirchgellersen.de/