Die Tradition der zivil-militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) gibt es bereits seit langer Zeit. Was anfangs vorwiegend von aktiven Soldaten der Bundeswehr ausgeübt wurde, ging immer mehr in die Hände von Reservisten über, die aus der öffentlichen Verwaltung stammten und somit ein besseres Verständnis für beide Belange und Erfordernisse sowohl von Bundeswehr (BW) als auch von Behörde haben.

Somit war auch Burkhard Jäkel in seinen Funktionen als Landkreisbediensteter und Reserveoffizier die ideale Besetzung als Verbindungsoffizier. Insofern war es logisch, dass er in seiner Reserveverwendung vom Sicherungszugführer zum Verbindungsoffizier wechselte. Als „Verbinder“ für den Landkreis Lüchow-Dannenberg und für die Bezirksregierung Lüneburg konnte Jäkel die gewünschte Verbindungsfunktion Anfang der 90er Jahre zum Landkreis Lüneburg besetzen.

Ende der 90er Jahre engagierte sich Burkhard Jäkel als aktiver Feuerwehrmann auch in der Technischen Einsatzleitung (TEL) des Landkreises Lüneburg. Dieses stellte sich beim Elbehochwasser 2002 als ein Problem da.
So kam es zu der Situation, dass Jäkel beim Elbehochwasser 2002 als S5 (Presse und Öffentlichkeitsarbeit) alarmiert wurde und für die Kreisfeuerwehr seine Aufgabe übernahm
und somit für die erst einige Tage später alarmierte Bundeswehr nicht mehr einsetzbar.

Als Pressesprecher der Feuerwehr baute er in der Sporthalle Neuhaus ein Pressezentrum auf und führte täglich mit seinem Kollegen aus der Kreisverwaltung Jens Böther eine Pressekonferenz durch. Da man nicht „zwei Hüte gleichzeitig aufhaben kann“ entschied sich Oberstleutnant d. R. für die Verbindungsfunktion Bundeswehr. Er besetzt die BW-Zelle in der TEL: „nach wie vor arbeite ich in der TEL mit – nur mein Anzug ist ein anderer“, so Jäkel.

Das Elbe-Hochwasser 2006 bestritt Burkhard Jäkel in „Flecktarn“ und war Vermittler zwischen Bundeswehrkräften und der TEL (Feuerwehr) bzw. dem Landrat – noch als „Alleinkämpfer“. Nach Auflösung des Verteidigungskreiskommandos 25 wurde die Verantwortung vor Ort für die ZMZ auf aktive Reservisten übertragen. Am 20.03.2007 wurde das Kreisverbindungskommando Lüneburg (KVK LG) mit Burkhard Jäkel als Leiter in den Dienst gestellt. Ca. 15 Reservisten mit unterschiedlichsten Berufen und Kompetenzen bilden heute eine zuverlässige Einheit, die sich für einen Einsatzfall fit hält und ständig mit den Blaulichtorganisationen austauscht und übt. Das war auch eine Erfolgsgarantie für die Bewältigung der Hochwasserkatastrophe 2013.

Neben der Verwendung als Verbindungsoffizier gehörte es beispielsweise zu Jäkels Aufgaben innerhalb der Bundeswehr einen Ökoplan für den Standortübungsplatz Wendisch Evern zu erstellen und Umweltaktionen mit aktiven Soldaten durchzuführen. Als diplomierter Landschaftsökologe konnte er den außerordentlich hohen Wert von Militärgelände für den Natur- und Artenschutz in der Naturschutzbehörde selbst vermitteln.

Als „Vollblutverbinder“ fördert er auch internationale Verbindungen: Seit 1999 ist der Reserve-Stabsoffizier Delegationsleiter und Vorsitzender der Deutsch-Finnischen Reservistenkameradschaft, der Einzigen in Deutschland.

In seiner Funktion blieb es natürlich nicht aus, dass Bundeswehr- und Feuerwehrmann Jäkel auch den einen oder anderen prominenten Gesprächs- und Entscheidungspartner hatte. So konnte er den damaligen Verteidigungsminister Dr. Peter Struck begleiten (2002) und mit dem damaligen Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel das Autan-Problem (Mückenplage beim Elbehochwasser) besprechen. 2013 erinnert sich Jäkel an Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Weil und Innenminister Pistorius.

Viele Feuerwehrkameraden kenne Burkhard Jäkel als engagierten Funktionsträger innerhalb der Feuerwehr.
Als Späteinsteiger in der Feuerwehr Drögennindorf war er dort 30 Jahre Orts-Sicherheitsbeauftragter (1987-2017), Atemschutzgeräteträger, Schriftwart (1996- 2018) und stellv. Ortsbrandmeister (1998-2004) . In der Samtgemeinde Amelinghausen war er Gemeinde-Sicherheitsbeauftragter (1993-2018) und Zugführer. In seiner Funktion als Kreis-Sicherheitsbeauftragter und Kreisausbilder (seit 1996) ist der Hauptlöschmeister immer noch aktiv und seit 2011 auch als Landessprecher der Kreissicherheitsbeauftragten in Niedersachsen tätig.

Seine Sicherheitsseminare im November, die er als Kreissicherheitsbeauftragte der Kreisfeuerwehr durchführt, sind weit über die Grenzen des Landkreises Lüneburg bekannt und entsprechend immer sehr gut besucht.

Die eigentlich in großem Rahmen geplante, würdige Verabschiedung von Burkhard Jäkel musste auf Grund der Coronapandemie und der entsprechenden Beschränkung schmal ausfallen. So waren neben seinem Nachfolger Marko Heyner noch Landrat Jens Böther, der Kommandeur des Landeskommandos Kapitän zur See Berend Burwitz und der Presseoffizier Klaus Reschke anwesend. Neben der Verabschiedungsurkunde (45 Jahre Bundeswehr und 13 Jahre Leiter des Kreiskommandos) hatte der Kommandeur des Landeskommandos auch eine förmliche Anerkennung für Jäkel im Gepäck.

Besonders erfreut ist Burkhard Jäkel, dass mit Marko Heyner ein gut ausgebildeter und mit der Feuerwehr eng vernetzter Nachfolger gefunden wurde. Er war in der Kinderfeuerwehr engagiert und ist aktives Einsatzmitglied. Der in Rettmer wohnende Familienvater war 12 Jahre bei der Bundeswehr und ist studierter Sozialpädagoge. Zunächst im Bezirksverbindungskommando Lüneburg eingesetzt wechselte er 2015 in das KVK Lüneburg. Oberstleutnant d. R. Heyner freut sich auf die Aufgabe und wird die Entwicklung des Kreisverbindungskommando weiter fördern.

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