Klimawandel vollzieht sich aber nicht nur in der Umwelt, auch das Klima gegenüber Einsatzkräften und Ehrenamtlichen wird immer rauher. Pöbeleien und Handgreiflichkeiten sind an der Tagesordnung, Drohungen gegen Ehrenamtliche (z.B. von Hilfsorganisation oder Kommunalpolitiker) sind mittlerweile gelebter Alltag. Dieses machte Landrat Jens Böther zum Thema und zeigte sein Unverständnis für solche Auswüchse von Hass und Gewalt.

Auch Kreisbrandmeister Torsten Hensel ging auf die neuen Herausforderungen, die die Feuerwehren zu erfüllen haben, ein. Hauptthema im Rahmen der Klimaveränderungen ist und bleibt die Gefahr von Waldbränden, wenn auch im vergangenen, sehr trockenen Jahr kaum größere Wald- und Flächenbrände zu vermelden waren.Das war nur Glück und hätte auch ganz anders ausgehen können.
Dabei ist der Feuerwehrflugdienst mit seinem Flugzeug ein ganz entscheidendes einsatztaktisches Mittel. Nicht nur für die Entdeckung von Waldbränden, sondern gerade für die Führung der Fahrzeuge der Feuerwehr, die bei der Waldbrandbekämpfung eingesetzt werden sollen. Fahrzeuge im Wald können sich nur sehr schwierig orientieren und hier kommt der Feuerwehrflugdienst ins Spiel, er kann die Fahrzeuge an den Brand heranführen. Wie entscheidend eine schnelle Brandbekämpfung ist, zeigte sich im vergangenen Jahr unter anderem in Australien. Wenn ein Feuer erst eine gewisse Ausdehnung erreicht hat, ist es nahezu unmöglich seine Ausbreitung zu verhindern.

Nun besteht die Gefahr für die Feuerwehr und für die Bevölkerung, dass dieses so wichtige Einsatzmittel seinen Standort in Lüneburg verliert. Die Bestrebungen, den Flugplatz Lüneburg zu schließen, würde auch das „Aus“ für den Standort des Flugzeuges in Lüneburg bedeuten.
Alternative Standorte wären für die seit Jahren gut ausgebildete Mannschaft des Feuerwehrflugdienstes nur unter großem Zeitaufwand zu erreichen, was mit erheblichen Verzögerungen beim Start einhergehen würde. Gerade Zeit ist das, was man bei einem entstehenden Waldbrand nicht hat.

Die zusätzlich installierten Waldbrandkameras melden zwar auch Waldbrände, allerdings sind diese wie die Rauchmelder im eigenen Haus nur in der Lage Brände zu melden, eine einsatztaktische Führung von Einsatzkräften ist damit nicht möglich.
Verliert der Feuerwehrflugdienst seinen Standort in Lüneburg, verliert die Bevölkerung ein wichtiges Hilfsmittel für die frühe gezielte Waldbrandbekämpfung und damit auch ein großes Maß an Sicherheit.

Ein weiteres Thema im Rahmen der Waldbrandbekämpfung sind die Wege und Zufahrten für die Feuerwehrkräfte im Einsatz. Hier konnte Torsten Hensel endlich verkünden, dass es nunmehr eine neue überarbeitete Auflage der über 22 Jahre alten Waldbrandkarte gibt und da diese nunmehr digital verfügbar ist, hofft Hensel, dass die nächste Überarbeitung nicht wieder über 20 Jahre dauern wird.

Kreisfeuerwehr Lüneburg in Zahlen:

Rund um die Kreisfeuerwehr (2019):

  • 94 Feuerwehren im Landkreis
  • 70 Lehrgänge wurden an der Feuertechnischen Zentrale angeboten (60 in 2018)
  • 1324 Kameradinnen und Kameraden wurden ausgebildet
  • 39 Kreisausbilder
  • 65 Jugendfeuerwehren im Landkreis (868 Mitglieder)
  • 56 Jugendliche gingen in die Einsatzabteilung
  • 42 Kinderfeuerwehren (610 Mitglieder)
  • 75 Kinder wechselten in die Jugendfeuerwehr
  • 39 Mitglieder der Feuerwehr in der Technischen Einsatzleitung des Landkreises

Einsätze (2019):

  • 1501 Einätze (1802 Einsätze in 2018)
  • 275 Fehlalarme
  • 141 mal Auslösen von Heimrauchmeldern, davon 41 tatsächliche Brände

Größere Einsätze:

  • 12.04.2019 Dachstuhlbrand im Heiligengeiststift, Lüneburg
  • 28.09.2019 Rettung einer Person aus dem Kirchturm, Lüneburg
  • 16.11.2019 Chlorgasalarm im Freibad, Adendorf
  • 02.12.2019 Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus, Bardowick

Über eine höhere Beteiligung bei den Leistungsvergleichen (früher Wettbewerbe) würde sich Torsten Hensel freuen, denn nach der Umstellung haben sich doch deutlich weniger Feuerwehren für die Leistungsvergleiche als früher noch bei den Wettkämpfen angemeldet.

Hier gilt es mehr Feuerwehren zu motivieren, sind doch die neuen „Wettkämpfe“ viel mehr an der Realität einer Feuerwehrausbildung als die alten Wettbewerbe.

Am Ende seines Berichts wies Hensel auf den Deutschen Feuerwehrtag hin, der dieses Jahr auf der Interschutz in Hannover stattfinden wird. Die Interschutz ist ‚die‘ Feuerwehrmesse in Deutschland.

Neben dem Landrat Jens Böther, dem Samtgemeindebürgermeister Steffen Gärtner sprach auch Regierungsbrandmeister Dieter Ruschenbusch seine Grußworte. Er stellte fest, dass die Feuerwehren mit der Umsetzung des neu entwickelten Zukunftspapiers auf dem richtigen Weg seien und betonte, dass man nicht immer nur die Probleme sehen sollte, sondern auch die Möglichkeiten und zitierte dazu: “Der eine sieht nur die Bäume, Probleme dicht an dicht. Der andere sieht Zwischenräume und das Licht“.

Verabschiedungen:
• Herbert Wöhlke als Kreiswettbewerbsrichter
• Rainer Maschmann als Zugführer des Gewässerschutzzuges der Kreisfeuerwehrbereitschaft 2
• Uwe Hauschild als Leiter der Technischen Einsatzleitung

Ernennungen:

• Matthias Lanius als Zugführer des Gewässerschutzzuges der Kreisfeuerwehrbereitschaft 2
• Stefan Ostermann als Leiter der Technischen Einsatzleitung
• Hartwig Allmer als Kreisausbilder
• Enriko Böhmert als Kreisausbilder
• Michael Kleckner als Kreisausbilder
• Lars Söding als Kreisausbilder
• Matthias Knaack, als Kreisausbilder

Beförderungen:

• Marcel Meyer zum Löschmeister
• Michaela Stein zur Oberlöschmeisterin
• Sabrina Stache zur Oberlöschmeisterin
• Birgitt Wulf, zur Brandmeisterin
• Andreas Pallme zum Hauptbrandmeister
• Michael Warner zum Brandmeister
• Marcus Burmester zum Hauptlöschmeister
• Fabian Gehricke zum Löschmeister
• Hermann Blanquett zum Erster Hauptbrandmeister
• Christian Schlüter zum Erster Hauptbrandmeister
• Olaf Wildung zum Erster Hauptbrandmeister
• Jürgen Cordes zum Hauptbrandmeister
• René Niederhoff zum Hauptbrandmeister
• Dirk Stöckmann zum Hauptbrandmeister
• André Kutzick zum Hauptbrandmeister
• Florian Hundhausen zum Hauptbrandmeister
• Thomas Dittmer zum Hauptlöschmeister
• Peer Henze zum Brandmeister
• Stephan Dick zum Abschnittsbrandmeister

Die Versammlung der Kreisfeuerwehr fand anlässlich des 60jährigen Bestehens der dortigen Freiwilligen Feuerwehr in Reppenstedt statt. Für die musikalische Untermalung sorgte der Feuerwehrmusikzug aus Artlenburg.

Text: © Andreas Bahr


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