Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Lüneburg Nordostniedersachsen klärt ein paar Fragen, wenn höhere Gewalt den Weg zur Arbeit erschwert oder gänzlich verhindert.

F: Herr Wiechel, Sturmtief Sabine verhindert mein Erscheinen am Arbeitsplatz. Droht mir eine Abmahnung oder sogar die Kündigung?
A. Nein, in diesem Fall ist ein Nichterscheinen kein Kündigungsgrund, schließlich handelt es sich um höhere Gewalt. Der Arbeitnehmer hat die Situation nicht verschuldet, juristisch gesehen gibt es keine Vertragspflichtverletzung.

F: Was muss ich morgens tun, wenn ich feststelle, ich kann nicht zur Arbeit erscheinen?

A: Man sollte sich auf jeden Fall unverzüglich bei der Arbeitsstelle melden, telefonisch oder per E-Mail. Der Arbeitgeber muss schließlich auch disponieren können.

F: Wird mir der Tag trotzdem bezahlt?

A: Einen Anspruch auf Vergütung hat man nicht, da der Arbeitnehmer das so genannte Wegerisiko trägt. Mit anderen Worten: Keine Arbeit, kein Geld. Aber man kann natürlich gemeinsam Wege suchen, zum Beispiel ob man die Stunden nacharbeiten kann. Anders verhält es sich, wenn etwa wegen des Sturms ein Baum auf das Dach des Betriebes gefallen ist und deshalb mein Arbeitsplatz nicht zur Verfügung steht. Dann muss der Chef mich trotzdem bezahlen.

F: Und wenn ich abends wegen eines Sturms nicht mehr nach Hause komme?
A. Streng genommen greift auch da das Wegerisiko, es ist also mein Problem. Da sollte man dann mit dem Arbeitgeber gemeinsam eine Lösung suchen.

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