Gut ein Jahr haben die Vorbereitungen gedauert, um die Einsatzbereitschaft wieder herzustellen. Gruppenführer Marcus Zips hat zusammen mit seinen Stellvertretern Renè Oswald und Ingo Hoffmann Mitglieder rekrutiert, ausgebildet und das notwendige Material beschafft.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, zurzeit sind 42 Kameradinnen und Kameraden in der Gefahrgutgruppe tätig.

Damit alle ihre Arbeit gut verrichten können, wurde ein speziell aufgebauter Anhänger beschafft, der genau auf die Bedürfnisse dieser Spezialeinheit zugeschnitten ist. Aber auch der Inhalt des Anhängers, das notwendige Material, wurde größtenteils neu beschafft.

Und dass sich die Ausbildung und die Beschaffung der Ausrüstung gelohnt hatte, das zeigte die Gefahrgutgruppe auf einer Übung.

Das angenommene Szenario war: Ein Trecker ist auf einen Gefahrgut-LKW aufgefahren und hat diesen Leck geschlagen, der Fahrer des LKWs und des Treckers wurden dabei verletzt.
Als erstes galt es, die Gefahr (den Gefahrstoff) zu ermitteln. Der Lastzug hatte Aceton, Kalium und einen nicht näher zu identifizierenden Stoff, der mit Wasser reagiert, geladen.
Das bedeutete für die Rettungstrupps, dass sie Atemschutzgeräte und Vollschutzanzüge (Anzüge die den Träger komplett gegen die Außenwelt abdichten) anlegen mussten. Danach galt es die beiden verletzten Fahrer aus dem Gefahrenbereich zu retten. Der Treckerfahrer konnte ohne großen Aufwand befreit werden, der LKW-Fahrer musste über eine spezielle Arbeitsbühne, die an den LKW gestellt wurde, gerettet werden. Nachdem die Personen aus dem Gefahrenbereich gebracht wurden, musste das Leck am LKW mittels eines Leckdichtkissens geschlossen werden. Das Dichtkissen wurde mit Spanngurten angelegt und durch Aufblasen mit Druckluft wurde die Leckage am Tank geschlossen.

Nachdem alle Aufgaben an der Gefahrenstelle erledigt waren, mussten die eingesetzten Kräfte über die „Dekontaminationsstelle“ gehen. Hier werden die eingesetzten Kameradinnen und Kameraden von außen gereinigt, das kontaminierte Wasser aufgefangen und anschließend die Einsatzkräfte entkleidet und die verunreinigte Einsatzkleidung in spezielle Beutel gesteckt und luftdicht verschlossen.

Gruppenführer Marcus Zips zeigte sich mit Übung zufrieden, gerne hätte er aber mehr Mitwirkende in der Gefahrgutgruppe, auch Kameradinnen und Kameraden die nicht Atemschutzgeräteträger sind, denn es wird jede Hand gebraucht.

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Feuerwehr Ostheide
21397 Barendorf
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