Dieses Thema wurde auch nochmals im Jahresbericht behandelt. Zahlreiche Gäste wurden auf der Verbandsversammlung begrüßt, einige nahmen es auch zum Anlass, ein paar Grußworte an die Versammlung zu richten.
Der stellvertretende Bürgermeister Herbert Beusch begrüßte die Gäste in Vertretung von Bürgermeister Jens Böther.

Landrat Manfred Nahrstedt mahnte zur Solidarität in den Kommunen, wenn es gegen die Umsetzungspläne des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn geht, die Rettungsdienstorganisation auf Bundesebene zu heben. Der Rettungsdienst ist auf kommunaler Ebene sehr gut organisiert und so sollte es auch bleiben. Nahrstedt verabschiedete sich in dieser Runde, da er zum 01. November aus seinem Amt in den Ruhestand wechselt.
Geladen war auch der Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Uwe Quante. Er berichtete über die Arbeit der Strukturkommission: „Einsatzort Zukunft – Niedersachsen stellt sich den Herausforderungen der Zukunft zur Sicherstellung des Brandschutzes!“.
Marcel Meier, Fachgebietsleiter Kooperative Leitstelle Lüneburg, nannte die Einsatzzahlen und berichtete über einige besondere Einsätze. So zeigten sich die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr (836 Einsätze) zwar leicht rückläufig (752 Einsätze in diesem Halbjahr), dies ist aber dem Umstand geschuldet, dass im ersten Halbjahr 2018 eine Unwetterlage zahlreiche Einsätze bescherte.

Zentraler Mittelpunkt der Veranstaltung aber ist der Jahresbericht des Kreisverbandsvorsitzenden und Kreisbrandmeisters Torsten Hensel:

Zufrieden mit der Entwicklung des Kreisfeuerwehrverbandes zeigte Torsten Hensel , wenn auch in den fünf Abteilungen der Feuerwehr (Kinderfeuerwehr, Jugendfeuerwehr, Einsatzabteilung, Altersabteilung und Musiker) immer leichte Schwankungen in den Mitgliederzahlen vorhanden sind, zeigt sich die Entwicklung mit über 6000 Mitgliedern doch relativ stabil.

Beginnend mit den Jüngsten, berichtete Torsten Hensel zufrieden, dass es weiterhin 41 aktive Kinderfeuerwehren im Landkreis Lüneburg gibt und die Mitgliederzahl insgesamt gestiegen ist.
Dies zeugt von viel Spaß und Begeisterung, die die Betreuer und Kinderfeuerwehrwarte an den Tag legen, um ihre „Kleinen“ bei Laune zu halten und somit in den Kinderfeuerwehren.
Sicherlich hat gerade im ersten Halbjahr das Kreiskinderzeltlager wesentlich zum Spaß beigetragen.
185 Kinder mit ihren 66 Betreuern waren zu Gast in der Gemeinde Barendorf und bauten am Schulzentrum neben der Turnhalle ihre Zelte auf. Neben den verschiedenen Zeltlagerspielen und der Verleihung des „Brandfloh“ (Auszeichnung der Kinderfeuerwehren nach dem Absolvieren verschiedener Aufgaben) an 43 Kinder, hatte das Pfingstwochenende noch eine besondere abenteuerliche Komponente auf Lager. Auf Grund eines schweren Gewitters mussten alle Kinder und Betreuer in die Sporthalle wechseln und dort die erste Nacht verbringen, Abenteuer pur für die Kleinen. Als Sieger aus den Spielen im Zeltlager ging die Kinderfeuerwehr Scharnebeck vor Lüdershausen und Wendisch Evern hervor. Torsten Hensels Dank galt hier besonders den Kinderfeuerwehrwarten, den Betreuern, aber auch den Organisatoren und Ausrichtern des Zeltlagers, sowie der Samtgemeinde Ostheide für das Zurverfügungstellen des Geländes und der Halle.

Nachwuchsarbeit endet aber nicht mit den Kinderfeuerwehren, sondern geht bei den Jugendfeuerwehren weiter. Denn auch hier gilt es, die Jugendlichen für die Jugendfeuerwehr und für den späteren Einsatz zu begeistern.
Dazu dient unter anderem der 32. Kreisjugendfeuerwehrtag in Amelinghausen. Hier nahmen 30 Gruppen am Bundeswettbewerb teil, ein Wettbewerb der schon sehr nahe an die Aufgaben im späteren Feuerwehrdienst anknüpft. Die ersten Vier konnten sich für den Bezirksentscheid qualifizieren, so freute sich der Sieger Garze, gefolgt von Rettmer, Garlstorf/Elbe und Zeetze/Stapel auf die Teilnahme in Fassberg. Dort konnte sich die Gruppe der Jugendfeuerwehr aus Rettmer für den Landesentscheid in Wildeshausen qualifizierten und sich den 25. Platz von 52 angetretenen Gruppen holen.
Beim ebenfalls in Amelinghausen stattfindenden „Spiel ohne Grenzen“ konnte sich die Jugendfeuerwehr Haar/Dellien vor Barendorf und Lemgrabe/Dumstorf den Pokal holen.
Auch hier bedankte sich Hensel bei Samtgemeinde Amelinghausen für das Gelände, sowie bei der Gemeindejugendfeuerwehr Amelinghausen unter Federführung von Gemeindejugendfeuerwehrwart Maik Hass und der Kreisjugendfeuerwehrführung für ihr Engagement.

Ein weiteres Highlight war das Kreisjugendzeltlager in Erbstorf/Gemeinde Adendorf.

Eine Woche lang konnten die 620 Teilnehmer bei wechselhaftem Wetter mit verschiedenen Wettbewerben und Abendveranstaltungen ein tolles Zeltlager erleben. Lagersieger wurde die Jugendfeuerwehr aus Barendorf gefolgt von Garze, Lemgrabe-Dumstorf, Rettmer und Haar. Die beiden Feuerwehren der Gemeinde Adendorf und die Gemeindejugendfeuerwehr zeigten größtes Engagement bei der Unterstützung der Kreisjugendfeuerwehrführung in der Vorbereitung und Gestaltung des Zeltlagers.
Entlastung für die Kreisjugendfeuerwehrleitung brachten auch die beiden langjährigen Direktoren der beiden Zeltdörfer „Ziegelei“ und „Teichaue“, Jörg Mendel und Thomas Meyer, sie waren Ansprechpartner für die Jugendlichen bei allen Fragen. Dieser Einsatz von allen Beteiligten rund um das Zeltlager ist nicht selbstverständlich, ließ Torsten Hensel nicht unerwähnt, bedeutet es für viele doch eine Menge Einsatz von Freizeit und Inanspruchnahme von persönlichen Urlaubstagen.

Im Rahmen der Kreisausbildung haben die ersten Lehrgänge begonnen. Diese wurden auch zum ersten Mal über die elektronische Veranstaltungsmeldung des neuen Feuerwehrverwaltungs- programm „FeuerON“ angemeldet. Besonders schwierig zeigt sich die Gestaltung der Lehrgänge und Fortbildungen besonders an den Sonnabenden, hier ist eine enge Taktung notwendig, um alle Teilnehmer und Lehrgänge unterzubringen. Ein besonderes Highlight hat die Kreisausbildung dieses Jahr zu feiern. Die Kreisausbildung wird am 09. November 50 Jahre alt und damit die zweitälteste Kreisausbildung in Niedersachsen. Dazu plant Kreisausbildungsleiterin Birgitt Wulf mit Ihrem Ausbildungsteam und der Kreisfeuerwehrführung eine besondere Veranstaltung – Einladung folgt.

Das Thema Waldbrandeinsatz ist allgegenwärtig. Hier berichtete Torsten Hensel, dass mit dem Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) Gespräche geführt wurden, um die zur Zeit vorhandenen Waldbrandeinsatzkarten auch wirklich einsatztauglich zu machen. Hier bedarf es einer Neuauflage, da die ersten Karten keine Koordinaten-Bezeichnungen enthielten und die Auflösung schlecht war. Jetzt aber sind die ersten geänderten Ergebnisse sichtbar und die Karten nach einer Überarbeitung der offenen Fragen und evtl. Korrekturen durch die Gemeindebrandmeister auch einsatztauglich. Torsten Hensel machte auch nochmals deutlich, wie wichtig Rückmeldungen über versperrte Waldwege sind, sei es durch Findlinge oder Erdhügel. Hier gilt es, den Ordnungsämtern zeitnah diesen Mangel zu melden, damit dieser beseitigt werden kann und wir unsere Aufgaben als Feuerwehr ohne Verzögerung wahrnehmen können.

Auch der Feuerwehrflugdienst ist ein wichtiger einsatztaktischer Bestandteil der Waldbrand-bekämpfung. Schon in seiner Eröffnungsrede machte Kreisbrandmeister Torsten Hensel welchen entscheidenden Wert die Beobachtung und evtl. Steuerung der Einsatzkräfte aus der Luft hat.
Mit der durch den Rat der Stadt Lüneburg beschlossenen Kündigung des Pachtvertrages für den Flugplatz Lüneburg, stellen sich auch für den Flugdienst der Feuerwehr Schwierigkeiten ein.
Auch wenn es gelingt, einen alternativen Startplatz zu finden, wird die durch die größere Entfernung verbundene Startzeitverzögerung Auswirkungen auf die gezielt gesteuerte Waldbrandbekämpfung haben. Wenn auch dieses Jahr nur drei Einsatztage waren (2018 waren es 21 Tage), so ist auch bei diesen Einsätzen das Flugzeug ein wichtiger Bestandteil der Einsatzsteuerung. Hensel machte deutlich, dass zusätzlich durch den entfernten Starplatz und der damit verspäteten Startzeit auch ein erhöhtes Risiko für die Sicherheit der am Boden befindlichen Einsatzkräfte verbunden ist.

Seinen Jahresbericht schloss Torsten Hensel mit den Worten:
„Meine Kameradinnen und Kameraden, verehrte Gäste, die Feuerwehren im Kreisfeuerwehrverband Lüneburg sind weiterhin gut aufgestellt. Wir tun weiterhin alles um dieses System der ehrenamtlichen Gefahrenabwehr aufrecht zu halten. Wir betreiben aktive Jugendarbeit, um den Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Beschäftigung zu geben und sie an die „bürgerliche Gemeinschaft: Feuerwehr“ heranzuführen und dadurch auch unseren Nachwuchs zu sichern. Wir betreiben Aus- und Fortbildung, um dem Bürger weiterhin ein verlässlicher Partner zu sein, wenn er Hilfe benötigt. Wir sind weiterhin Kulturträger in den Orten und sorgen mit Veranstaltungen für die dörfliche Gemeinschaft. Getreu dem diesjährigen Motto des LFV: „Zukunft gestalten – Deine Feuerwehr!““

In der zweiten Hälfte der Versammlung lagen die Schwerpunkte im Bereich Neuwahlen, Verabschiedungen und Ehrungen.
Die Kreisbrandschutzerzieherin Meral Fischer, der Schriftführer Holger Stolte und Kreispressewart Andreas Apeldorn stellten ihre Ämter zur Verfügung, teils aus Altergründen, teils, um sich anderen Aufgaben innerhalb ihrer Feuerwehren zu widmen. So mussten diese Ämter neu vergeben werden. Als neuer Kreisbrandschutzerzieher wurde Peer Henze aus der Feuerwehr Lüneburg gewählt, neue Schriftführerin wird Sarah Deeke aus der Ortsfeuerwehr Garlstorf/Elbe und als neuer Kreispressewart wurde Andreas Bahr Ortsfeuerwehr Barendorf gewählt. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.
Zusätzlich wurden einige neue Beisitzer für die Gemeindefeuerwehren gewählt. Gewählt wurden für Gemeindefeuerwehr Adendorf: Mirko Dannenfeld (Vorsitzender des Gemeindefeuerwehrverbandes), für die Gemeindefeuerwehr Bardowick: Sascha Wenzl (Gemeindebrandmeister (GemBM)), für die Gemeindefeuerwehr Gellersen: Christian Schlüter (GemBM), für die Gemeindefeuerwehr Ostheide: Olaf Wildung (GemBM) und für die Gemeindefeuerwehr Scharnebeck: Arne Westphal (GemBM).

Nachdem alle Beisitzerposten und fast alle Ämter vergeben wurden (das Amt des stellvertretenden Kreisbrandschutzerziehers blieb vakant), verabschiedete Torsten Hensel die scheidenden Mitglieder aus dem Vorstand.
Zuerst wandte er sich an Holger Stolte. Holger Stolte war 18 Jahre lang als Schriftführer für den Vorstand und im Kreiskommando tätig. Von 2001 bis 2019 war er fester Bestandteil des geschäftsführenden Vorstands.
Danach wandte er sich an Andreas Apeldorn. Auch er war 18 Jahre lang in seiner Position als Kreispressewart tätig. Er hat die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit aufgebaut und versucht, diese in die Gemeinden zu transportieren und die Gemeinden unterstützt, die keine eigene Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hatten.
Zu guter Letzt sprach er Meral Fischer an. Meral war 11 Jahre als Kreisbrandschutzerzieherin tätig, auch sie brachte hohes Engagement mit und stellte die Brandschutzerziehung auf solide Füße. Durch ihre Initiative über die Sparkassenstiftung „Das tut gut“ Fördergelder zu erhalten, konnten alle Gemeinden mit Rauchhäusern für die Brandschutzerziehung ausgestattet werden. Zusätzlich organisierte sie dreimal Brandschutzforen und Seminare in Lüneburg.

Allen Dreien wünschte Torsten Hensel alles Gute für die Zukunft und bedankte sich bei jedem Einzelnen nochmals für sein persönliches Engagement für die Arbeit in der Kreisfeuerwehr Lüneburg.
Nach dieser offiziellen Verabschiedung und als alle die Bühne verlassen wollten, bat Torsten Hensel, dass Andreas Apeldorn noch einmal kurz bleiben solle. Ihm wurde die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen in Silber verliehen.

Ausgezeichnet mit dem Feuerwehrehrenkreuz des deutschen Feuerverbandes in Silber wurden Karl-Heinz Lüberstedt aus der Ortswehr Garlstorf/Elbe, Detlef Papke aus der Ortswehr Barskamp, Horst Holtmann aus der Ortsfeuerwehr Neetze, Mirko Dannefeld als GemBM Adendorf.

Die Deutsche Feuerwehrehrenmedaille erhielt die Bürgermeisterin Grit Richter des Amtes Neuhaus und Landrat Manfred Nahrstedt.

Die Veranstaltung wurde von Stephan Dick als stellvertretenden Kreisbrandmeister beendet. Er bedankte sich ausdrücklich bei allen Feuerwehrangehörigen für ihr ehrenamtliches Engagement.
Zum scheidenden Landrat gerichtet, wünschte er ihm alles erdenklich Gute für den Ruhestand und er hätte ja mit den Feuerwehren die vermutlich problemloseste Einheit im Landkreis gehabt. Mit der Nationalhymne wurde die Veranstaltung geschlossen.

Text / Foto: Andreas Bahr

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