Schulen und Wirtschaft vor gravierenden Veränderungen

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Die Wirtschaft 4.0 wird mit der fortschreitenden Digitalisierung die Berufswelt gravierend verändern. Darin sind sich alle Beteiligten einig.

Doch wie müssen Schulen und Betriebe auf die anstehenden Veränderungen reagieren? Das war das Kern-Thema einer Informationsveranstaltung des Arbeitgeberverbandes (AV) Nordostniedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft. Um darüber zu debattieren lud man unter dem Titel ‚Wirtschaft 4.0 braucht Bildung 4.0 – Lernen und Arbeiten in einer digitalen Welt‘ in den Kunstsaal Lüneburg ein.

Als Referenten konnte man Dr. Michael Zibrowius vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (DIW) sowie Dr. Jürgen Rösing vom Arconic-Konzern – dem weltweit größten Hersteller von hochfesten Verbindungselementen für die Luft- und Raumfahrtindustrie – gewinnen

Rund 150 Arbeitgeber, Pädagogen und Bildungspolitiker hatten sich zu dieser Veranstaltung eingefunden. Ein Indiz dafür, wie sehr man sich in diesen Bereichen mit den Veränderungen der Arbeitswelt beschäftigt.

Nicht nur für Bernd Wiechel, Hauptgeschäftsführer des Lüneburger Arbeitgeberverbandes, stellt sich die Frage, wie die Schulen mit der digitalen Herausforderung Schritt halten können. Für ihn steht außer Frage, das

Im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung werden sich auch die Anforderungen an die Schulen und Betriebe verändern.

Für Dr. Zibrowius ist klar, das die fortschreitende Digitalisierung den Menschen Angst macht. Sie sehen die Digitalisierung als Jobkiller an. Doch für ihn ist diese Sorge unbegründet – solange die Arbeitnehmer bereit seien, sich weiterzubilden und zu qualifizieren. Denn solche Menschen werden in der Zukunft verstärkt gesucht.

Roboter können 25 % der Arbeitsplätze ersetzen

Wer sich nicht fort- und weiterbilden wird, wird es auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft noch schwerer haben. Diese Aussage unterlegte er mit aktuellen Studienergebnissen, welche besagen, das rund 25 % der Arbeitsplätze in Deutschland durch Roboter und Softawre zu ersetzen sind.

Exemplarisch nannte der den Beruf des Kaufmann im Einzelhandel, speziell im Segment Schuhe:

Schulen und Wirtschaft vor gravierenden Veränderungen
Gastgeber und Gäste des AV-Forums Wirtschaft 4.0: Wiebke Krohn, Bernd Wiechel (beide AV), Dr. Michael Zibrowius (IdW), Jörgen Rösing (Arconic), Renate Peters (AV) und Tobias Lohmann (BNW)

Von den im Wesentlichen 14 verschiedenen Tätigkeiten die in diesem Berufsfeld ausgeübt werden, könnten heute schon 11 oder 79 % durch digitale Lösungen ersetzt werden. Als Beispiel nannte er hier die Tätigkeiten von der Auszeichnung der Ware über Einkauf und Beschaffung bis hin zum Bezahlvorgang.

Lediglich für die Warenpräsentation und den Verkauf sei der Faktor Mensch bis heute nicht zu ersetzen. So würden sich zwar die Tätigkeitsschwerpunkte verschieben, doch der menschliche Faktor bleibe im Mittelpunkt.

Für ihn steht fest, das nichts so beständig ist wie der Wandel. Drastischer gesagt: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Fort- und Weiterbildung für Arbeitnehmer ständig auf der Agenda

Dr. Rösing beurteilt den Sachverhalt entsprechend.

Die Arbeit 4.0 werde für die Mitarbeiter in der Fertigung weniger Montonie bedeuten, da die Systeme immer komplexer würden. Doch wenn heute noch ein Zerspanungsmechaniker gesucht werde, könnte daraus schon bald ein Spezialist mit Fachkenntnissen im Bereich der Zerspanung als auch der Automation (SPS- und Maschinensteuerung) und dem am Standort verwendeten MES werden.

Für ihn steht fest, das die Arbeit 4.0 die Betriebe substantiell verändern und die Beschäftigten sowohl massiv fordern als auch unterstützen wird. Doch sie wird nur mit einer veränderten Lern-, Führungs- und Organisationskultur gelingen.

In den anschließenden Foren wurden Fragen diskutiert, wie Fachkräfte für die digitale Arbeitswelt gewonnen werden können und wie die Digitalisierung in der Bildung umgesetzt werden kann.

Wiebke Krohn vom AV zeigte auf, wie Instagram und WhatsApp für modernes Arbeitgebermarketing genutzt werden können.

Man müsse sich auf Seiten der Arbeitgeber darüber im Klaren sein, das auf den sozialen Netzwerken über sie gesprochen werde. Das sollten die Unternehmen nutzen, um sich Attraktiv darzustellen.

Renate Peters, Bereichsleiterin Schule Wirtschaft & Öffentlichkeitsarbeit beim Arbeitgeberverband, sprach über das Thema ‚Digitalisierung in der Bildung‘. Sie mahnte eine Unterstützung der Schulen an. Schließlich sei die Digitalisierung nicht nur eine Frage der Hard- und Softwareausstattung, sondern auch der Lehreraus- und Fortbildung.

Kontaktdaten:

Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen e. V.
Schule Wirtschaft & Öffentlichkeitsarbeit
Renate Peters
Stadtkoppel 12
21339 Lüneburg
04131 87212-22
www.arbeitgeberverbandlueneburg.de
rpeters@av-lueneburg.de

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