In einer Woche steht der niedersächsische Landtag zur Wahl.

Dies hat die Bürgerinitiative „Deutsch Evern 21“ zum Anlass genommen, die hiesigen Kandidaten zu ihrem Standpunkt hinsichtlich des 3. Gleises zu befragen. Die Antworten waren zum Teil ernüchternd.

Der ehemalige Bürgermeister von Bad Bevensen und Landtagskandidat der Grünen, Martin Feller, sieht das ‚Dialogforum Schiene Nord‘ (DSN) nach wie vor mit mehr als kritischen Augen. Wie im Falle von Deutsch Evern scheiterte auch sein Versuch, Bad Bevensen dort einen Platz zu organisieren.

Man konnte sich im Gespräch auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen: Ein Raumordnungsverfahren muss durchgeführt werden. Denn grundsätzlich sehen die Grünen den Ausbau von vorhandenen Strecken vor deren Neubau.

Nur mit einem objektiven Raumordnungsverfahren (ROV) könne man bei den wirklich betroffenen Bürgern eine wie auch immer geartete Akzeptanz erzielen. Diese Betroffenheit sei bei vielen, die im DSN diskutiert haben, gar nicht gegeben.

Frau Dr. Verlinden, die den Wiedereinzug in den Bundestag geschafft hat, war bei dem Gespräch auch anwesend und hatte den von SPD und CDU abgelehnten Antrag zur Übernahme der Mehrkosten für den ‚übergesetzlichen‘ Lärmschutz dabei.

Michael Hansen, Vorsitzender der Bürgerinitiative ‚Deutsch Evern 21‘ sieht die Aktivität der Grünen grundsätzlich positiv. Trotzdem kritisiert man den Antrag seitens der BI. Dieser ‚huldige‘ das DSN als transparentes und faires Verfahren. Zudem hält man die Forderung, den Lärmschutz aus dem Papier zu übernehmen, für zu kurz gesprungen. Die Planung solle erst dann fortgeführt werden, wenn alle Bedingungen erfüllt würden.

Anders als seine Kontrahenten zur Landtagswahl, spricht der Kandidat der Grünen das Dialogforum nicht heilig. Zumal er die Probleme vor Ort wirklich kennt und der einzige ist, der wirklich versuchen wird, ein ROV zu erwirken. Er kann in seiner Fraktion einiges bewegen. Das aber kann nur gelingen, wenn er es schafft, seinen Wahlkreis zu gewinnen.

Kandidaten halten sich alle Möglichkeiten offen

Der Kandidat der CDU, Jörg Hilmer, machte seinen Standpunkt noch einmal beim Protestspaziergang vor der Bundestagswahl klar. Im Landtag hat er für Alpha E gestimmt, und verteidigte seine Position.

Er wolle einen ‚Flächenbrand‘ in Niedersachsen löschen, was mit der geplanten Trasse gelungen sei. Sein Ziel sei es gewesen, keine neue Strecke durch den Landkreis Uelzen – und das habe man erreicht.

Andreas Dobslaw, Spitzenkandidat der SPD sagte beim Spaziergang am 16. September, das er einräumen müsse, nicht alle Fakten gut genug zu kennen, um eine verbindliche Aussage treffen zu können. Trotzdem erkenne er die Argumentation der Bürgerinitiative als nachvollziehbar an, und nehme die Kritik und Befürchtungen der betroffenen Bürger in die Meinungsbildung auf.

Für Michael Hansen ist er daher schwer einzuschätzen. Auch weil er sich alle Türen offen halte. Für die BI ist diese Haltung inkonsequent.

Bezüglich des Kandidaten der FDP, Rainer Fabel, ist man besonders enttäuscht. Von diesem komme nur die Forderung, den Lärmschutz durchzusetzen.