Reenactment nennt man das, was am 17. September 2017 in Lüben bei Dahlenburg wieder zu sehen sein wird.

Unter dem Begriff versteht man den Versuch, eine vergangene Epoche für kurze Zeit historisch so korrekt wie möglich und lebendig darzustellen. In diesem Falle ist es die Göhrdeschlacht von 1813.

Damals standen sich unter anderem eben auch bei Dahlenburg französische Einheiten Napoleons und Alliierte Soldaten von General Graf Wallmoden-Gimborn gegenüber. Napoleons Marschall Davout entsandte damals seinen General Pecheux mit 4.000 Mann in Richtung Magedeburg, um das diesseitige Elbufer vor den Alliierten Truppen zu sichern.

Der General erfuhr durch abgefangene Kuriere von der Überschreitung der Elbe durch die Franzosen bei Zollenspieker. Er ließ seine fast 12.000 Mann starke Truppe bei Dömitz mit Hilfe einer Pontonbrücke die Elbe überqueren. Am 16. September stand er in Schlachtlinie bei Metzingen um die aufziehenden Franzosen abzufangen.

General Pecheux ahnte diesen Hinterhalt und verschanzte sich auf dem Steinker Hügel nahe Oldendorf. Dort wurde er gegen Mittag von Wallmoden angegriffen.

Alle zwei Jahre zeigen rund 400 Nachsteller aus ganz Mitteleuropa, wie die anschließende Schlacht ablief, als Wallmodens Männer in zwei Kolonnen dort versuchten, Pecheux in unkoordinierten Angriffen einzukesseln.

Der Zuschauer kann ein Zeltbiwak erleben, wie es vor mehr als 200 Jahren ablief. Und er wird Zeuge, wie die Soldaten damals kämpften und lebten.

Parallel zur Nachstellung der Schlacht zeigt eine Ausstellung, die am 16. September eröffnet wird, historisches Schuhwerk aus der damaligen Zeit. Denn damals gab es in Dahlenburg mehr als 40 Schuhmacher.

Programm zur Nachstellung der Göhrdeschlacht vom 15. bis 17. September

Vorprogramm, Dienstag, 12.9.,

18:00 Uhr Vortrag und Lesung „Franzosenzeit in Dahlenburg“ – Referent: Dr. Stephan von Welck, Lüchow. Ort: Samtgemeindebücherei Dahlenburg, Dannenberger Str. 9, Eintritt Spende

Freitag,15.9.

19.00 Uhr Eröffnung am Heimatmuseum mit Vertretern der Traditionsverbände und musikalischer Umrahmung durch den MGV Concordia Dahlenburg – außerdem: Eröffnung der 14-tägigen Sonderausstellung „Gut beschuht am Tod vorbei“ (Idee und Umsetzung: Gaby und Henry Makowski) zum Schusterhandwerk in der Region im Heimatmuseum Dahlenburg.

Samstag, 16.9.

10.00 Uhr Antreten und Marsch zum Denkmal
11.00 Uhr Gedenkfeier und Kranzniederlegung am Denkmal
Ab 12.30 Uhr – Aktionen am Biwak mit Uniform Modenschau und Vorführung Stabsarbeit
14.30 Uhr Gefechtsnachstellung auf dem Originalschlachtfeld
ab 16.30 Uhr offenes Biwak mit Lazarettvorführung und Artillerievorführung
18.00 Uhr Ende des offenen Biwak
Sonntag, 17.9.
09.30 Uhr Feldgottesdienst an der Gedenkanlage zum Massengrab
10.30 Uhr Appell der Darsteller im Biwak
11.00 Uhr Gefechtsdarstellung auf dem Originalschlachtfeld mit anschl. Parade. Dazu Erläuterungen zu den Einheiten (Moderation: Horst Beck)
13.00 Uhr Gefechtsfeldrundgang (Dauer ca. 45 min.)

Der Zutritt zum Gefechtsgelände kostet 2,50 € pro Person. Kinder bis 14 Jahren kommen ohne Eintritt auf das Gelände. Parkflächen sind an der B216 ausgewiesen.

In Pommoissel findet am 17. September der Kartoffelsonntag statt. Von 7.00 an gibt es einen Flohmarkt. Zudem wird ein Tauziehwettbewerb stattfinden.

Die Samtgemeinde Dahlenburg bedankt sich im Vorfeld bei Grundstückseigentümern, den Freiwilligen Feuerwehren, den freiwilligen Helfern sowie den Darstellern der Napoleonischen Gesellschaft und dem Lützow’schen Freicorps Reinbek für die Unterstützung.