Nicht gut auf den Landkreis Lüneburg ist zur Zeit ADAC-Sprecher Christian Hieff zu sprechen.

Er drückt seinen Ärger diplomatisch aus: Es sei der ‚Lobbyarbeit‘ der Bürgerinitiative (BI) ‚Blauer Himmel über Ilmenau‘ zu verdanken, das der Landkreis Lüneburg bei der Ablehnung der Genehmigung für das am kommenden Samstag geplante Sommerfest bleibe.

Aufgrund der Kritik der BI hatte der Automobilclub in der Vergangenheit schon der Reduzierung der Motorsportveranstaltungen auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums (FSZ) in Embsen auf 170 Stunden für Kart und Slalom zugestimmt.

Der Automobilclub habe keine Planungssicherheit mehr gehabt und deshalb das Aus für das Sommerfest beschlossen.

Landkreis verweist auf seit Jahren bestehende Regelung

Demgegenüber verweist der Sprecher des Landkreises Lüneburg auf den Bebauungsplan. Dort sei festgelegt, das auf dem Gelände des FSZ pro Jahr zwei Veranstaltungen durchgeführt werden dürfen. Und diese habe man mit dem Lüneburger Firmenlauf und dem Motorrad Start-Up Day mit über 1000 Zuschauern bereits absolviert.

Man bedaure, das der Automobilclub trotz der seit langem bestehenden Regelung eine weitere Veranstaltung geplant habe und diese nun absagen müsse.

Diese Aussagen kontert Sprecher Hieff mit den Worten, das der Kreis in der Vergangenheit Einzelgenehmigungen für weitere Events gegeben habe.

Der ADAC wollte mit dem Sommerfest sein Publikum erweitern, da das Fahrsicherheitszentrum überwiegend von Männern besucht wird. Man wollte sich, so der Automobilclub, für die Stadt öffnen.

Das FSZ hatte in Folge des ADAC-Skandals mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen. Von 20.000 in den Jahren 2012 und 2013 sanken diese auf 18.000 im Jahr 2015. Seit einem Wechsel an der Spitze des FSZ hat sich diese Entwicklung umgekehrt.

Das Fahrsicherheitszentrum ist mit 2,6 Millionen Euro Jahresumsatz sowie 37 Festangestellten Mitarbeitern und 42 freiberuflichen Trainern auch ein Wirtschaftsfaktor in der Region.