Schulende lässt Jugendarbeitslosigkeit steigen

15.176 Menschen waren für den Juni bei den Arbeitsagenturen und Jobcenter im Bezirk der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen arbeitslos gemeldet.

Davon entfielen auf den Landkreis Lüneburg 5.186 Personen. Dies bedeutet eine Verringerung um 60 Personen oder 1,1 % zum Mai diesen Jahres. Im Vergleich zum Juni 2016 bedeuten diese Zahlen ein Minus von 220 Personen / 4,1 %. Die Arbeitslosenquote liegt damit bei 5,5 % und blieb damit gegenüber dem Mai gleich. Im Jahresvergleich sank die Quote damit um 0,2%.

Da nur drei Personen mehr als im Mai arbeitslos gemeldet waren, blieb die Arbeitslosenquote im gesamten Agentur-Bezirk unverändert bei 5,1 %. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 0,1 %. Die Zahl der gemeldeten Personen verringerte sich im 12-Monats-Vergleich um 340 bzw. -2,2 %.

saisonal typischer Verlauf der Zahlen

Der Bestand an freien Stellen vergrößerte sich um 1.293 (+2,9% im Vergleich zum 2016) und umfasst mit einem Plus von 5,9% im Jahresvergleich nun 4.868 Stellen.

Etwas mehr als 10 % der Arbeitslos gemeldeten Personen war jünger als 25 Jahre. Die Zahl der Jugendlichen ohne Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz nahm um 102 Personen auf 1.568 zu. Im Vergleich zum Mai entspricht dies einer Zunahme von 7 %. Abgenommen hat ihre Zahl im Vergleich mit dem Juni 2016 um 19 Personen oder 1,2 %.

Der Geschäftsführer Operativ bei der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, Jens Mathias, weist daraufhin, das dies eine saisontypische Entwicklung darstellt. Doch für Jugendliche mit einer abgeschlossenen Ausbildung gibt es aufgrund des großen Angebots an freien Stellen eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, schnell einen neuen Arbeitgeber zu finden.

Fest macht Mathias dies an den folgenden Zahlen:

Im Jahr 2016 lag die Arbeitslosenquote im Agentur-Bezirk (Landkreise Lüneburg, Harburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg) insgesamt bei 5,3 %. Bei Personen, die keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können, lag sie bei 19,7 %. Im Gegensatz dazu lag die Quote bei Personen mit einer abgeschlossen Ausbildung bei nur 3,4 %.

Appell an die Jugendlichen: Berufsberatung aufsuchen

Gleichzeitig richtete der Geschäftsführer einen Appell an alle jugendlichen Schulabgänger, die bislang keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben. Er forderte sie auf, sich bei der Berufsberatung zu melden. Schließlich gibt es bei mehr als 1.200 freien Ausbildungsplätzen eine gute Möglichkeit, noch in diesem Jahr mit einer Lehre starten zu können.

Aber auch die Personengruppe zwischen 25 und 35 Jahren hat mit dem Programm ‚Zukunftsstarter‘ eine gute Möglichkeit, ihre Ausbildung nachzuholen.

Unterschiedlich entwickelten sich die Zahlen im Vergleich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) und der Grundsicherung (SGB II / ‚Hartz IV):

Während sich bei den Arbeitsagenturen mit 5.802 Personen 39 Männer und Frauen mehr arbeitslos meldeten (+ 0,7%) nahm die Zahl der bei den Jobcentern gemeldeten Menschen um 36 Personen oder 0,4 % ab. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme um 595 Personen bei den Agenturen bzw. ein Minus von 935 Menschen (-9,1%) bei den Jobcentern.

Diese 12-Monats-Entwicklung hat ihre Ursache jedoch darin, das Aufstocker – Personen die Arbeitslosengeld (ALG) I von der Agentur und gleichzeitig ALG II von den Jobcentern beziehen, seit Beginn diesen Jahres von den Arbeitsagenturen und nicht mehr durch die Jobcenter betreut werden.