Für die Ortungsgruppe des THW Lüneburg, die erst seit ein paar Monaten existiert, gab es über Himmelfahrt den ersten Auslandseinsatz.

In einer Grenznahen Munitionsfabrik in Atleborg (Dänemark) gab es am Freitagmorgen eine Explosion die eine Kettenreaktion auslöste und große Teile der Stadt in Trümmern legte.

Soweit die Lage der Übung. Denn Atleborg ist eine fiktive Kleinstadt im Süden Dänemarks. Dargestellt wird die Übungsszenerie auf dem Civilforsfaret-Übungsgelände der Beredskabsstyrelsen Teknisk Skole in Tinglev/Syddanmark.

Erster Auslandseinsatz für junge Fachgruppe Ortung

Das Gelände ist in Europa in seiner Größe, sowie in den Möglichkeiten Unglücksszenerien darzustellen, einmalig.

Aufgrund der Schadenslage wurde internationale Hilfe durch das Technische Hilfswerk (THW) angefordert. Aus Deutschland finden sich 160 Ehrenamtliche Helfer, Ortungsspezialisten und Bergungsgruppen sowie Zugtrupps zur Einsatzkoordinierung, aus 5 Landesverbänden im Flensburger Bereitstellungsraum ein.

Darunter auch die erst im Januar neu in Lüneburg errichtete Fachgruppe Technische Ortung. Gerade erst ist sie durch zwei Grundausbildungsabsolventen auf fünf Mitglieder angewachsen.

Für die Lüneburger war die Großübung ein Sprung ins kalte Wasser.

Denn bisher konnten sie ihr bislang erworbenes Wissen nicht in die Praxis umsetzen. Wo die Gerätschaften im Lkw untergebracht waren, wie sie ein- und ausgeschaltet werden, das wussten die Neulinge. Mehr aber auch nicht. Und nun ging es gleich richtig in die Vollen.

Mit der Fachgruppe Biologische Ortung, einer Hundestaffel aus Gera, durchkämmte man zwei Tage lang die zugewiesenen Einsatzabschnitte des Trümmermeeres. Und das bei sengender Sonne.

Mit zunehmender Einsatzdauer wuchs dann auch die Sicherheit und die Routine in der Verwendung der Gerätschaften. Die fünf Mitglieder wuchsen zusehends mit ihren Aufgaben und lernten schnell dazu.

Ohne große Fachausbildung gut geschlagen

Dieses Wissen konnten sie dann vor allem am zweiten Übungs- / Einsatztag anbringen.

Denn unter den Trümmern eines großen Betonbaus wurden Überlebende mit zum Teil schwersten Verletzungen vermutet.

Das Hundeteam aus Gera hatte die Mondlandschaft abgesucht, und so wussten die Lüneburger wo sie mit ihren Sonden in die Tiefe gehen mussten, um Sprechkontakt mit den Vermissten aufzunehmen. Bei den verschachtelt aufgetürmten Trümmerteilen kein leichtes Unterfangen.

Unterstützt wurden die Hundestaffel aus Gera und die Lüneburger Ortungsgruppe durch die Zweite Bergungsgrupe aus Kiel. Geführt wurden die Gruppen von einem Hamburger Zugtrupp.

Die Lüneburger ernteten für Ihren Einsatz großen Respekt von den Schiedsrichtern. Denn eine richtige Fachausbildung hat für sie bisher eher nicht stattgefunden. Aus den Mitgliedern der Fachgruppe müssen erst noch gestandene Ersthelfer und Lebensretter werden.

Geplant und durchgeführt wurde die Einsatzübung von den Landesverbänden Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Die aus Berlin kommenden Schiedsrichter sorgten für die eine oder andere zusätzliche Überraschung während der Übung. Der Ortsverband Flensburg sorgte für einen mehr als überlebenswerten Bereitstellungsraum.