IAB-Studie zu Minijobs – keine Vollzeit-Job-Killer

Arbeitgeberverband sieht sich in seiner Position bestätigt

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Arbeitsmarkt-Schriftzug

Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) – welches zur Bundesagentur für Arbeit gehört – hat sich in einer Studie mit der Wirkung von Minijobs, Teilzeit, Leiharbeit und befristeten Arbeitsverträgen auf den Markt der Vollzeitstellen beschäftigt.

Wie der Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen in einer Pressemitteilung schreibt, widerlegt diese Studie eindeutig die Meinung der Kritiker, das Betriebe Vollzeitkräfte durch Minijobber ersetzen würden.

Zahl der befristeten Jobs stagniert seit Jahren

Der Präsident des hiesigen Arbeitgeberverbandes, Heiko Westermann, stellt klar

Das IAB widerspricht damit der weit verbreiteten Auffassung, dass Leiharbeit, Minijobs Teilzeit und befristete Jobs ein immer größeres Gewicht erhalten.

Weiter führt der AV-Präsident aus, das der Zuwachs sogenannter atypischer Beschäftigung vielmehr Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt eröffnet und den Wiedereinstieg in die Vollzeittätigkeit ermöglicht, aber die normalen Arbeitsverhältnisse nicht verdrängt.

Lüneburgs Arbeitgeber-Präsident Heiko Westerman
AV-Präsident Heiko Westermann stellt klar, das die Vollzeit-Tätigkeit noch immer die normale Beschäftigungsart ist
Die Studie ergab, das die atypische Beschäftigung seit Mitte der Neunzigerjahre zugelegt hat, sich die Entwicklung aber seit über 10 Jahren wieder abschwäche. Zudem würde sich die Zahl der befristet Beschäftigten seit einigen Jahren gar nicht mehr erhöhen. Seit 2010 sei sie sogar rückläufig.

Der zuletzt anhaltend guten Wirtschaftslage in Deutschland habe man es zu verdanken, das die Beschäftigtenzahl in Normalarbeitsverhältnissen von 2006 bis 2014 von 19,95 Mio. auf 21,9 Millionen und somit um 9 % gestiegen sei. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der atypisch Beschäftigten nur
noch um 10 % gegenüber dem vorangegangenen Erhebungszeitraum gestiegen. Vorher hatte der Zuwachs noch 43 % betragen.

Damit habe sich der Anstieg um 75 % reduziert und daher deutlich verlangsamt.

Vollzeitjob immer noch das normale Arbeitsverhältnis

Die Studie, so der Arbeitgeber-Präsident, räume damit mit dem hartnäckigen Vorurteil auf, das die Arbeitsmarktreformen seit 2003 zu einem Aufschwung der atypischen Beschäftigung geführt hätten, aber nicht zur allgemeinen und langfristigen Verbesserung der Beschäftigung in Deutschland.

Das Gegenteil, so Heiko Westermann unmissverständlich, sei der Fall. Die Vollzeittätigtkeit sei immer noch das in Deutschland vorherschende ‘normale’ Arbeitsverhältnis.

Das in der öffentlichen Meinung die Teilzeittätigkeit überwiegend negativ bewertet wird sei damit ungerechtfertigt.

Vielmehr geht der Anstieg der Teilzeitbeschäftigung insbesondere auf eine vermehrte Erwerbsbeteiligung von Frauen zurück, die aufgrund fehlender und unflexibler Kinderbetreuungseinrichtungen damit den Wiedereinstieg in eine Beschäftigung finden. Das ermögliche in einem weiteren Schritt den Wiedereinstieg in eine Vollzeittätigkeit.

salzsäu(r)e - Ein Kommentar
Das die Vollzeittätigkeit immer noch das vorherrschende Beschäftigungsmodell ist, mag stimmen.

Doch wer die Stellenbörsen im Internet oder der Tages- oder Wochenendzeitung studiert, wird den Eindruck nicht los, das immer noch vermehrt von Zeitarbeitsfirmen entsprechende Stellen angeboten werden.

Es kommt gefühlt nicht sehr häufig vor, das diese Firmen in ihren Stellenanzeigen von unbefristeten Jobangeboten sprechen, bei denen der Bewerber direkt bei dem Kunden der Zeitarbeitsfirma angestellt wird.

Das die Studie nicht von einem neutralen Institut, sondern von einer der Agentur für Arbeit unterstehenden Einrichtung, durchgeführt wurde, lässt durchaus Raum für eine kritische Betrachtungsweise der Ergebnisse.

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