Lüneburger gründen Gemüse-Genossenschaft

Gemüse anbauen ohne Pestizide oder Kunstdünger

Die Initiatoren weisen darauf hin, das bis auf weiteres der Begriff Bio nicht verwendet werden darf.
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Logo der WirGarten Lüneburg Gemüse-Genossenschaft

Woher stammt eigentlich das Essen, was tagtäglich auf unseren Tischen landet? Wie wurde es angebaut und was enthält es alles.

Bei den normalen Lebensmitteln ist das schwer herauszufinden und nachzuvollziehen.

Dabei wollen immer mehr Menschen wissen, was eigentlich alles in ihren gekauften Lebensmitteln steckt. Sie wollen darüber informiert sein, wie sie angebaut wurden und welche Inhaltsstoffe sie enthalten.

In Lüneburg ist dies nun bald für jedermann möglich. Einzige Voraussetzung: Die Mitgliedschaft in einer Gemüse-Genossenschaft – der WirGarten Lüneburg eG.

Die Initiatoren Richard Kaatz (Umweltwisseschaftler) und Matti Pannenbäcker (Unternehmensberater) haben bereis 30 Lüneburger von ihrer Idee der Bürger-Gemüse-Genossenschaft überzeugt. Gemeinsam wollen sie mit ihrer eigenen Gemüsegärtnerei dafür sorgen, Lebensmittel zu erzeugen, die regional angebaut und frei von chemischen Zusätzen sind.

Für einen Betrag von 100 € kann jeder in der Genossenschaft Mitglied werden. Bei einem eventuellen Austritt wird das Geld zurückerstattet.

Dafür kann man dann beim Unkraut jäten helfen, bei der Kartoffelernte mit anpacken oder an Gartenführungen teilnehmen.

Für maximal 75 € pro Monat jede Woche frisches, eigenes Gemüse

Wer als Mitglied einen über 12 Monate laufenden Erntevertrag abschließt, wird zudem jede Woche mit frischem und vielfältigem Gemüse aus dem WirGarten versorgt. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 30 bis 75 € pro Monat.

Das Gemüse soll dann jede Woche an zentrale Abhol-Orte im Stadtgebiet geliefert werden. Bei Abholung ihres Gemüses sollen die Mitglieder dann auch zur Saison passende Kochrezepte erhalten.

Seit zwei Jahren bereiten die Initiatoren das Projekt vor. Dabei wurden nebenberuflich umfangreiche Berechnungen zu Wirtschaftlichkeit, Infrastruktur und Anbauplanungen ausgearbeitet, sowie mit Juristen die rechtlichen Grundlagen geschaffen.

Initiator Pannenbäcker steht zudem seit 12 Monaten mit allen Landwirten und Landeigentümern im Stadtgebiet in direktem Kontakt, so auch mit der Hansestadt Lüneburg.

Zur Zeit werden Flächen beprobt und konkrete Pachtgespräche geführt.

Die noch zu pachtenden Flächen werden dann von zwei gelernten Gärtnern bzw. Gärtnerinnen bewirtschaftet.

Das Konzept für den Anbau sieht vor, das die Genossenschaft die Anbauflächen nach Kriterien der biologischen Landwirtschaft bewirtschaftet. 30 verschiedene Gemüsekulturen und Kräuter sollen angebaut werden.

Initiatoren der WirGarten Lüneburg eG
Die beiden Initiatoren der BioGemüse-Genossenschaft WirGarten Lüeburg

Weil der Anbau nach Vorgaben der EG-Öko-Verordnung zertifiziert werden wird, sind sowohl chemische Pflanzenschutzmittel als auch Kunstdünger verboten. Es wird auch keine Gentechnik eingesetzt werden dürfen.

Zwei Jahre Planungen in das Projekt investiert

Mit einer sechsjährigen Fruchtfolge und einer Gründüngung auf einem Drittel der Anbaufläche geht WirGarten sogar noch einen Schritt weiter. Blühstreifen werden angelegt und man setzt auf kleinteilig strukturierte Anbauflächen um die Biodiversität zu fördern und den Naturschutz in den Anbau zu integrieren.

Öffentlich vorgestellt wird das Projekt im Laufe des Februar an zwei Tagen an verschiedenen Orten in der Hansestadt:

Am 5. Februar um 15:30 h findet der erste Termin für alle Interessierten im Lüneburger Wasserturm statt.

14 Tage später, ebenfalls um 15:30 h stellen die beiden Initiatoren ihr Vorhaben in der Ev. Familienbildungsstätte, Bei der St. Johanniskirche 3 vor.

Falls interessierte Bürger, Initiativen, Vereine oder Unternehmen an eigenen Info-Veranstaltungen interessiert sind, kann man über die Webseite der Genossenschaft Kontakt mit den Gründern aufnehmen.

Die Gründung der Genossenschaft WirGarten Lüneburg eG selbst findet am Freitag dem 3. März um 17:00 im Kunstsaal in der Marie-Curie-Straße 3-5 statt.

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