Bei Pickenpack gehen die Lichter aus

Kaum noch Hoffnung auf eine Zukunft

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Das Lüneburger Werk Pickenpack

Weil Investoren fehlen, sich ein großer Investitionsstau aufgebaut und der Markt im Fischverarbeitenden Gewerbe eh stark umkämpft ist, gehen Ende Juni im Lüneburger Werk des Herstellers Pickenpack wohl endgültig die Lichter aus.

Im Dezember 2015 hatte der Fischverarbeiter an der Lüner Rennbahn Insolvenz angemeldet. Weil der chinesischer Mutterkonzern Pacific Andes selbst in finanziellen Schwierigkeiten steckt, vernachlässigte er notwendige Investitionen im Lüneburger Werk.

Das müssen die nach einer Entlassungswelle 2014 übrig gebliebenen 400 Angestellten jetzt ausbaden. Damals wurden in zwei Schüben über 200 Mitarbeitern die Papiere ausgehändigt. Bei einer Betriebsversammlung am Donnerstag wurde den Beschäftigten das wohl unvermeidbare Ende des Wirtschaftsstandortes Lüneburg mitgeteilt.

Herber Schlag für Lüneburger Wirtschaft

Man habe, so berichtet die Lüneburger Landeszeitung, bis zuletzt versucht, Investoren an Land zu ziehen, und sei diesen auch beim Kaufpreis entgegengekommen. Doch vor allem die in die Jahre gekommene Produktionstechnik, die längst hätte vom bisherigen asiatischen Besitzer hätte modernisiert werden müssen, habe potentielle Interessenten abgeschreckt.

Auch wenn man, wie der Insolvenzverwalter betont, immer noch für Gespräche offen sei, so ist für die Lüneburger Wirtschaft die nun wohl unabwendbare Schließung des Lüneburger Werkes ein herber Schlag ins Kontor. Ist Pickenpack mit den immer noch 400 Mitarbeitern neben dem Autozulieferer Yangfang – ehemals Johnson Controls – doch einer der größten Arbeitgeber der Stadt und der Region.

Kritisiert wird der asiatische Inhaber von der Lüneburger Wirtschaftsförderungs-GmbH (WLG). Denn man habe bei der Unternehmensführung zuletzt keine wirkliche Strategie mehr erkennen können, wie der WLG-Geschäftsführer in der Lüneburger Landeszeitung zitiert wird.

Kritik an nicht erkennbarer Unternehmens-Strategie

Man habe die Ausbaupläne für das Lüneburger mitgetragen, doch diese seien von der Unternehmensführung immer wieder gestoppt worden.

Mit der Schließung ginge eine 1916 in Hamburg-Altona begründete Firmengeschichte zum größten Teil zu Ende. Denn das Werk im ostfriesischen Riepe ist dank der moderneren Ausstattung nicht von der Schließung betroffen.

In den letzten 15 Jahren hat das Werk allerdings einen häufigen Besitzerwechsel erlebt.

Nachdem man 2003 man mit Hussmann & Hahn in Cuxhaven fusionierte, übernahm zwei Jahre später der Isländische Fischproduzent Icelandic Group die Regie an der Lüner Rennbahn.

2011 letztlich wechselte der Besitzer erneut und die Firma gelangt in asiatische Hände. Doch der harte Wettbewerb bringt den Mutterkonzern Pacific Andes selbst in schwere See. Die Chinesen können sich in Folge der eigenen finanziellen Schwierigkeiten nicht ausreichend um die Lüneburger Tochter kümmern. Die notwendigen Investitionen in Gebäude und den Maschinenpark bleiben daher aus.

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