Pickenpack muss Insolvenz anmelden

Seit Jahren Schwierigkeiten im hart umkämpften Markt

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Das Lüneburger Werk Pickenpack

Nicht erst seit diesem Jahr hat der Lüneburger Tiefkühlfisch-Produzent Pickenpack unter großen finanziellen Problemen am hart umkämpften Weltmarkt zu leiden.

Auch Besitzerwechsel in den Jahren 1999, 2005 und 2011 sowie der zwischenzeitliche Einstieg der Firma Hussmann & Hahn konnten den an der Lüner Rennbahn ansässigen Lebensmittelproduzenten nicht aus der prekären Lage befreien und in die Gewinnzone führen.

Nun mussten die aktuellen Geschäftsführer den Gang zum Insolvenzrichter antreten.

Doch auch wenn der von diesem eingesetzte Insolvenzverwalter gute Chancen sieht, den Standort Lüneburg zu retten und weiter zu führen, wird das nicht ohne Einschnitte von statten gehen. Geht der Verwalter doch aufgrund der Kursschwankungen bei den Währungen von einem aktuellen Minus im zweistelligen Millionen-Bereich aus.

Zweistelliges Mio.-Minus – Muttergesellschaft vernachlässigt Standort

Begründet sind die Schwierigkeiten u. a. darin, das man mit dem starken Dollar ein- aber mit dem derzeit schwächelnden Euro verkauft. Zudem hat die Muttergesellschaft in China aufgrund von Restrukturierungsmassnahmen momentan mit sich selbst genug zu tun, und die europäische Tochter ein wenig zu sehr vernachlässigt.

Von den insgesamt 700 Beschäftigten der Pickenpack-Gruppe in Deutschland (Riepe / Emsland und Lüneburg) arbeiten noch 420 Menschen an der Ilmenau. Schon 2014 musste sich das Unternehmen in unserer Region von 70 Mitarbeitern trennen, um weiterhin überleben zu können.

Damals stand eigentlich schon die Schließung des Werkes an der Ilmenau zur Debatte. Doch in langwierigen Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaft schaffte man es, das Werk am Leben zu erhalten.

Kontaktdaten:

Pickenpack

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